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Puh, bin ich voll!

Oder: Was kann ich tun, wenn ich mich mal wieder richtig voll gefressen habe?

Zunächst einmal: Warum quälen Sie sich so? Sie haben Lust zu essen, es schmeckt Ihnen gut und eigentlich könnten Sie es so richtig genießen, wenn, ja wenn sich hinterher nicht sofort ein schlechtes Gewissen einstellen würde. Kaum haben Sie den letzten Bissen geschluckt, vielleicht sogar schon kurz zuvor oder auch erst ein wenig später, geht das Kopfkino los! Sofort reden Sie sich ein, dass es falsch war, falsch und zu viel. Und natürlich sind Sie auch davon überzeugt, dass Sie versagt haben. Doch warum? Wer sagt Ihnen denn, dass es überhaupt zu viel war? War es nicht viel mehr eine ganz normale Menge? Ist nicht einfach Ihre Wahrnehmung verzerrt, und sie reden sich selber ein, dass es zu viel war? Welcher "Teufel" steckt da in Ihnen, der Ihnen das Genießen, das Leben- und das Essen-Genießen verbietet? 

Doch selbst wenn Sie sich wirklich mal "voll gefressen" hätten. Was ist daran eigentlich so schlimm? Es ist doch herrlich, sich mal so richtig satt zu essen, den Bauch mal so richtig voll zu haben. Nicht immer verzichten, kontrollieren, begrenzen!!! Was für ein gutes Gefühl, einmal richtig satt zu sein, einmal von allem genug bekommen zu haben. Lassen Sie es endlich zu! Gestehen Sie sich ruhig ein, wie gut das tut! Davon werden Sie nicht dick!!!!!!!!!!!! Davon werden Sie zufrieden!!!! Befriedigt! Gönnen Sie sich das ab und zu! Damit sich Ihre Seele endlich entspannen kann, da sie endlich auch mal richtig satt geworden ist. Klar ist Ihr Magen dann voll! Vielleicht sogar zu voll, unangenehm voll und gespannt? Natürlich wäre Ihr Körper auch mit weniger ausgekommen - das haben Sie ja lange genug bewiesen! Aber gilt das auch für Ihre Seele? Auch Ihre Seele will endlich mal genug haben. Auch Ihre Seele will endlich mal satt und zufrieden sein. Und diesen Punkt erreichen Sie nur, wenn Sie sich auch mal erlauben, so viel zu essen, bis Sie wirklich genug haben.

Sie wissen nicht, wann dieser Punkt erreicht ist? Probieren Sie es aus! Machen Sie einmal das folgende Experiment: Wenn Sie das nächste Mal etwas essen, das Sie richtig gerne mögen, essen Sie einfach mal so lange weiter, bis Sie das Gefühl haben, dass echt nichts mehr rein passt (siehe "2. Stopp" unter Hunger und Sättigung). Auch wenn Sie das Gefühl haben, fast zu platzen. Lassen Sie es wenigstens ein Mal zu! Und dann merken Sie sich das Gefühl sehr gut! Wie fühlt sich das an? Und beim übernächsten Mal tasten Sie sich langsam an diesen Punkt heran. Wie lange fühlt es sich noch gut an? Ab wann kippt es und fängt an, unangenehm zu werden? Ab wann wird es unangenehm für Ihren Körper? Und ab wann wird es unangenehm für Ihre Seele? Wer braucht mehr, um zufrieden/befriedigt zu sein? 

Ganz wichtig dabei: Essen Sie langsam und bewusst und versuchen Sie, das Essen so richtig zu genießen. Nehmen Sie sich Zeit, in sich rein zu spüren, da der Übergang fließend ist! Sättigung tritt nicht schlagartig ein, sondern nimmt langsam zu! Und vor allem: Trinken Sie nicht zum Essen (1 kleines Glas Saft, Wasser oder Wein wäre aber okay)! Das füllt zu schnell und verzerrt Ihre Wahrnehmung. Auch richtig Trinken will gelernt sein, aber das ist ein eigenes Thema ...

Und vielleicht schaffen Sie es wenigstens ab und zu, das Essen und das Leben von Herzen zu genießen. Es könnte so schön sein!


Sie wünschen sich jemanden, der Sie bei diesem Experiment unterstützt? Wir helfen Ihnen gerne!